Meine Erfahrungen mit Breßlein-Produkten

Wie Menschen und Tiere unterschiedliche Wellenlängen des Lichtes registrieren, machen sich auch Bakterien, Algen und Pflanzen unterschiedliche Wellenlängen zunutze. Bei der Photosynthese (der Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie in Form von Zucker) können die Chlorophylle der Landpflanzen nur einige Wellenlängen im roten und blauen Bereich nutzen. Alle anderen Wellenlängen, insbesondere die grünen, werden nicht genutzt. Daher erscheinen die meisten Pflanzen grün. Für die künstliche Beleuchtung der Pflanzen, die normalerweise in sehr seichten Gewässern wachsen, ist es wichtig, daß der Anteil des roten und blauen Lichtes der künstlichen Beleuchtung in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen. Ist der Rotanteil größer, wachsen die Pflanzen zu schnell, ist er hingegen zu klein, wachsen die Pflanzen zu gedrungen. Nicht zuletzt ist das natürliche Aussehen der Pflanzen im Kunstlicht ein wichtiger Faktor, der nur bei guter Wellenzusammensetzung gewährleistet ist. Im Meer konnten sich die photosyntheseaktiven Organismen - hauptsächlich Algen - an andere Wellenlängen anpassen. Je tiefer das Sonnenlicht in das Meerwasser eindringt, desto mehr werden die Rotanteile absorbiert - das Wasser erscheint blau. Eine Landpflanze könnte mit der Wellenlängenzusammensetzung in einigen Metern Meerestiefe nicht gedeihen. Meeresalgen können mit Hilfe anderer Chlorophylle und Farbpigmente Wellenlängen im tieferen (blauen) Bereich ausnutzen. Der blaue ultraviolette Anteil der Meeresaquarienbeleuchtung ist deshalb ausschlaggebend. Um eine künstliche Beleuchtung beschreiben zu können, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden.

Wichtig sind die richtige Farbtemperatur und die Helligkeit

Bei der Bestimmung der Kelvinzahl oder auch Farbtemperatur geht man von einem sonnenähnlichen Spektrum aus. Im allgemeinen sollte die Farbtemperatur bei Süßwasserbecken zwischen 3.000 und 4.000 Kelvin liegen. In der Meerwasseraquaristik muß die Farbtemperatur jedoch wesentlich höher liegen, um den Tieren und Algen genügend blaue Farbanteile zu bieten. Die meisten HQI- und Leuchtstofflampen zeigen jedoch nur noch in der Daylight-Version ein sonnenlichtähnliches Spektrum auf. Die Farbtemperaturen liegen um ca. 5.000 bis 6.000 K. Bei den "blauen" HQI-Brennern ist eine Farbtemperaturmessung nicht mehr korrekt möglich, da diese künstlichen Lichtquellen kein natürliches Spektrum besitzen. Angaben über die Kelvinzahl spiegeln daher nur noch den Farbeindruck wieder. Die "Helligkeit" der Beleuchtung wird allgemein mit der Größe "Lichtstrom"charakterisiert. Bei HQI-Lampen liegt dieser bei 5.000 bis 80.000 Lumen (lm). Der Nachteil an der Größe Lichtstrom ist, daß sie auf das menschliche Auge abgestimmt ist. Der UV-Anteil ist im Lichtstrom nicht enthalten - doch gerade der ist für die meisten Rifftiere lebensnotwendig. Um ein Riffbecken zu beleuchten, ist es sinnvoll, entweder HQI oder Leuchtstoffröhren mit Tageslichtcharakteristik zu benutzen. Es muß jedoch eine Zusatzbeleuchtung mit UV-Anteil installiert werden. Alternativ kann eine HQI-Lampe mit hohem Blauanteil benutzt werden. Generell kann man die Aussage machen, daß zu viel Licht nicht möglich ist - außer bei Tieren, die aus tieferen Zonen stammen. Bei Süßwasserbecken ist eine ähnliche Aussage möglich: Immer besser mehr Licht, als weniger Licht.

Auch Gehäuse und Reflektor müssen stimmen

Um eine gute Leuchte zu erhalten, müssen zwei Faktoren stimmen: Die Lichtquelle muß den genannten Anforderungen entsprechen und die Lampe muß im richtigen Gehäuse mit dem richtigen Reflektor eingebaut und gut zu handhaben sein. Einfache Stahlbleche weisen bei großen Leuchten nicht genügend Stabilität auf. Besser haben sich eloxierte Aluminiumprofile bewährt. Der Reflektor muß für den aquaristischen Bereich konstruiert sein. Sowohl der Abstrahlungswinkel als auch eine gleichmäßige Strahlungsverteilung sind ausschlaggebend für eine gute Beleuchtung. Schlechte oder zu kleine Reflektoren reduzieren die erreichbare Beleuchtungsstärke selbst der besten Lampen. Nicht zuletzt muß im Leuchtengehäuse für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden, denn HQI- und HQL-Brenner produzieren eine enorme Wärme. Kabel in Lampennähe dürfen nicht aus den üblichen PVC produziert sein. Die thermische Belastung läßt die Kabel mit der Zeit verschmoren. Silikonkabel sind hier die einzige Alternative. Bei HQI-Lampen ist eine Schutzscheibe unbedingt erforderlich, denn die Brenner produzieren u.a. auch UV-A , UV-B und UV-C-Licht.

Keine Kompromisse bei den Breßlein-Leuchten

Ich habe festgestellt, daß die Firma Breßlein bei der Wahl der verwendeten Materialien keinerlei Kompromisse eingeht. Die Verarbeitung entspricht den hohen Anforderungen, die an eine Lampe für die Meerwasseraquaristik gestellt werden. Die Leistungen der HQI-Brenner in den verschiedenen Ausführungen - wahlweise 150 W, 250 W und 400 W - ermöglichen eine optimale Ausleuchtung jedes Aquariums und somit optimale Bedingungen für die Pflege von Seewasseraquarien und deren Bewohner. Die Aquaristik konnte erst mit der Entwicklung geeigneter künstlicher Lichtquellen ihr heutiges Erscheinungsbild erreichen. Noch in den 70er Jahren gab es renommierte Meeresbiologen, die eine erfolgreiche Pflege und sogar Vermehrung von Steinkorallen für unmöglich hielten. Aquarianer und Meeresaquarienfachhändler konnten zeigen, daß mit blauen Breßlein HQI-Leuchten oder mit Daylightbrenner plus blauen Leuchtstofflampen optimale Wachstumsergebnisse erreicht werden konnten.

Diplombiologe Burkhard Ramsch